Erfahrungsbericht Mazedonien

Erfahrungsbericht Mazedonien
09.03.2018

Erfahrungsbericht Mazedonien

Hallo Ihr Lieben,

ich habe im September letzten Jahres die Chance von der Popken Fashion Group bekommen, ein dreiwöchiges Auslandspraktikum im schönen Mazedonien zu absolvieren.
Mein Name ist Jördis und ich bin Auszubildende im Beruf der Textil und Modeschneiderin. Gearbeitet habe ich in der Stadt Stip in mehreren Produktionsbetrieben. Heute möchte ich Euch darüber berichten, wie es mir dort ergangen ist und was ich aus diesem Praktikum mitgenommen habe.

Ich muss zugeben, dass ich sehr aufgeregt auf meinen Auslandsaufenthalt war. Ich würde diese drei Wochen – das erste Mal in meinem Leben – auf eigenen Beinen stehen und das in einem fremden Land mit einer mir fremden Sprache. Ich hatte aber auch riesen Vorfreude auf meine Reise. Ich war gespannt und neugierig auf die vielen neuen Dinge, die mir gezeigt werden und die ich kennenlernen darf!

Als ich in Mazedonien ankam, hatte Matej (Bekleidungstechniker für die PFG in Mazedonien und auch mein Ansprechpartner) meine Ankunft schon sehr gut durchgeplant und nahm mir somit meine erste Aufregung. Ich wurde sehr herzlich in dem ersten Betrieb empfangen, nachdem ich meine Koffer im Hotel untergebracht hatte. Matej organisierte mir direkt ein mazedonisches Handy, damit ich immer erreichbar sein konnte. Außerdem zeigte er mir die Stadt und die besten Einkaufsmöglichkeiten. Mein Hotel lag mitten im Zentrum – so konnte ich alles ohne Probleme zu Fuß erreichen.

In Mazedonien ist es üblich von montags bis samstags zu arbeiten. So lernt man die zwei Tage Wochenende in dem eigenen Land richtig zu schätzen. 😀 Die Näherinnen in den Fabriken haben immer nur einen kleinen Teil eines Bekleidungsstücks genäht, um noch produktiver zu sein. Eine Aufgabe war z. B. das Einnähen von Etiketten. Eine andere Aufgabe war das Abschneiden aller kleinen Fäden. In meiner Ausbildung ist es üblich das komplette Kleidungsstück allein zu nähen. In Mazedonien hingegen nähen 23 Näherinnen eine Bluse gemeinsam.  Es war wirklich sehr anstrengend und eine große Umstellung für mich so zu arbeiten. Es war immer sehr heiß, laut und stickig. Trotzdem war ich sehr glücklich darüber, dass ich so viel mitnehmen konnte und mir so viel Neues gezeigt wurde! Mir wurden mehr Tipps und Griffe gezeigt, mit denen ich noch besser arbeiten konnte und die ich auch an meine Kollegen in Deutschland weitergegeben habe.

Dadurch, dass ich allein gereist bin und komplett auf mich allein gestellt war, konnte ich mich komplett auf die Arbeit konzentrieren und das Land sehr gut kennenlernen.

Sehr schnell habe ich viele neue Menschen kennengelernt. Mir ist immer wieder aufgefallen, wie herzlich die Menschen zu mir waren. Alle haben mich sehr gut eingebunden und waren sehr an meiner Person interessiert. Wenn ich z. B. durch ein Produktionsband gelaufen bin, um mir nochmal die einzelnen Arbeitsschritte zu verinnerlichen, wurden einem kleinen Schokoladenstückchen zugesteckt. Gerade auf der Arbeit in der Fabrik habe ich schnell Kontakt gefunden, ich wurde einfach super aufgenommen. Schnell lernte ich auch Viktorija kennen. Wir unternahmen jeden Tag nach der Arbeit etwas. So wurde mir die Stadt Stip noch einmal ganz genau gezeigt und ich kannte schnell alle Geheimtipps. An einem freien Tag sind wir in die Hauptstadt Skopje gefahren, wo Viktorija mir auch diese Stadt zeigte. Dies war einer meiner schönsten Tage in Mazedonien.

Auch meine Englischkenntnisse konnte ich sehr gut ausbauen, da ich in Mazedonien stark darauf angewiesen war englisch zu sprechen. Die Leute dort konnten kein Deutsch und ich leider auch kein Mazedonisch. Selbst die Fernsehprogramme waren alle in der englischen Sprache. Nach ein paar Tagen Aufenthalt legte sich dann aber die anfängliche Scheu Englisch zu sprechen.

Mazedonien ist ein Land welches sich in keiner Weise mit Deutschland ähnelt. Die Menschen haben eine andere Einstellung, die Wirtschaft ist lange nicht so gut ausgeprägt und es gibt eine sehr hohe Arbeitslosenquote. Trotzdem habe ich mich dank Matej und Viktorija schnell einleben können.

Ich habe sehr viele interessante Gespräche geführt. Abgesehen von den Fachgesprächen wurde mit mir viel über Politik, Traditionen und Bräuche geredet. So lernte ich das Land nochmal von einer ganz anderen Seite kennen.

Auch fasziniert war ich von der wunderschönen Landschaft. Es wurde mir erzählt, dass es gerade im Herbst am schönsten sein soll, da sich alle Blätter färben und das Wetter trotzdem noch angenehm warm ist.

Für mich waren es sehr wertvolle und lehrreiche Wochen, die ich niemals vergessen werde. Ich habe viele Dinge neu- oder dazugelernt und kann somit nun ganz viele Arbeitsschritte noch besser nachvollziehen. Ich habe das Gefühl, dass mich diese Reise einen großen Schritt vorangebracht hat. Bekäme ich noch einmal die Chance in ein Produktionsland zu reisen, würde ich sie ohne zu zögern annehmen. Ich rate jedem, so eine Chane zu ergreifen, wenn man die Möglichkeit geboten bekommt.

Ich bedanke mich hiermit nochmals ganz herzlich bei der Popken Fashion Group, die mir dieses Erlebnis ermöglicht hat.

Wir hoffen Ihr hattet Spaß beim Lesen.

Bis zum nächsten Mal

Euer Bloggerteam

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